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<title>Rotwelsch</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Rotwelsch</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Rotwelsch</b> ist ein Sammelbegriff für <a href="Sondersprache" title="Sondersprache">sondersprachliche</a> <a href="Soziolekt" title="Soziolekt">Soziolekte</a> bzw. „<a href="Dialekt" title="Dialekt">Dialekte</a>“ gesellschaftlicher <a href="Randgruppe" class="mw-redirect" title="Randgruppe">Randgruppen</a>: Nach einer frühen Erwähnung im <i><a href="Das_Narrenschiff_(Brant)" title="Das Narrenschiff (Brant)">Narrenschiff</a></i> von 1494 als Sprach- und Charaktereigenschaft von <a href="Bettler" title="Bettler">Bettlern</a><sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist der 1510 erschienene <i><a href="Liber_vagatorum" title="Liber vagatorum">Liber vagatorum</a></i> die wohl erste gedruckte größere Darstellung und stellt mit den drastischen Worten des <a href="Sp%C3%A4tmittelalter" title="Spätmittelalter">späten Mittelalters</a> die (Sprach-)Welt von Bettelnden, <a href="Fahrendes_Volk" title="Fahrendes Volk">fahrendem Volk</a> (Vaganten), „<a href="Unehrlicher_Beruf" title="Unehrlicher Beruf">unehrlichen Berufen</a>“ und <a href="Kriminalit%C3%A4t" title="Kriminalität">Kriminellen</a> in den Vordergrund.
</p><p>In der Folge sind mit der Ansiedlung von Gruppen vormals <a href="Nichtsesshafte_Person" class="mw-redirect" title="Nichtsesshafte Person">Nichtsesshafter</a> in den entsprechenden Regionen über den <a href="Sprachkontakt" title="Sprachkontakt">Sprachkontakt</a> seit dem 17. Jahrhundert insbesondere <a href="Lexikon" title="Lexikon">lexikalische</a> Einflüsse entstanden; zahlreiche Wörter des Rotwelschen wurden in die <a href="Umgangssprache" title="Umgangssprache">Umgangssprache</a> aufgenommen:<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Universalwörterbuch der deutschen Sprache aus dem <a href="Duden" title="Duden">Dudenverlag</a> führt z. B. in seiner 5. Auflage mehr als 70 Wörter rotwelscher oder gaunersprachlicher Herkunft mit entsprechenden <a href="Lemma_(Lexikographie)" title="Lemma (Lexikographie)">Lemmata</a> auf.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bezeichnungen">Bezeichnungen</h2></div>
<p>Eine ausführliche Diskussion zu Herkunft und Begriff des Rotwelschen findet sich bei Hansjörg Roth.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Herkunft des Wortes <i>Rotwelsch,</i> das schon um 1250 in der Form <i>rotwalsch</i> („betrügerische Rede“) bezeugt ist, ist nicht ganz sicher. Das Wort <i><a href="Welsche" class="mw-redirect" title="Welsche">welsch</a></i>, mit der eigentlichen <a href="Mittelhochdeutsch" class="mw-redirect" title="Mittelhochdeutsch">mittelhochdeutschen</a> Bedeutung „romanisch“ (französisch und italienisch), hat auch die übertragenen Bedeutungen „fremdartig“, „unverständliche Sprache“ wie in der Zusammensetzung „<a href="Kauderwelsch" title="Kauderwelsch">Kauderwelsch</a>“. Der Bestandteil <i>rot</i> wird dagegen mit dem rotwelschen Wort <i>rot</i> für „Bettler“ erklärt, das seinerseits mit <i>rotte</i> („Bande“) oder mit <a href="Mittelniederl%C3%A4ndisch" class="mw-redirect" title="Mittelniederländisch">mittelniederländisch</a> <i>rot</i> („faul, schmutzig“) in Verbindung gebracht wird.
Zunächst eine abwertende Fremdbezeichnung, wurde diese bereits nach den ersten Quellen des 15. Jahrhunderts von den Sprechern selbst zur Bezeichnung ihrer Sprache adaptiert. Die zunächst insbesondere in der älteren Literatur neben <i>Rotwelsch</i> am meisten verbreitete Fremdbezeichnung ist <i><a href="Gaunersprache" title="Gaunersprache">Gaunersprache</a></i>, die jedoch in der neueren Literatur wegen ihrer Fokussierung auf <a href="Delinquenz" title="Delinquenz">delinquente</a> Sprechergruppen gemieden wird. Besonders, da der soziale Kontext des Sprachgebrauches über die Sprache auch der Diskriminierung der Sprecher diente, wie es sich an der oft zitierten Definition des „Sprachpuristen“ <a href="Eduard_Engel" title="Eduard Engel">Eduard Engel</a> von 1916 zeigen lässt:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Das Gaunerrotwelsch ist Deutsch, durchsetzt mit verludertem Hebräisch; aber keinem Gauner ist es je eingefallen, diese Sprache für etwas andres zu halten als für ein nützliches Täuschungswerkzeug. Das Rotwelsch soll nicht höhere Bildung, verborgene Geistesschätze, duftige Nüankßen vortäuschen, wie das deutsche Bildungswelsch; sondern es soll nur von den Eingeweihten verstanden werden, nicht die saubre Sprache der ehrlichen Leute verschmutzen, – kurz, es ist, welsch gesprochen, ein ganz intimes, ganz esoterisches, ganz exklusives Adeptenidiom, wohingegen das Bildungswelsch leider nicht innerhalb der Zunft bleibt, sondern die ganze saubre Sprachwelt überschlämmt. Im Mischungsverhältnis seiner zwei Bestandteile kommt das Rotwelsch dem Bildungswelsch sehr nahe, bleibt jedoch in der Unreinheit hinter den Meisterleistungen unsrer gelehrtesten Welscher zurück.“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Im sogenannten Kampf gegen die „sprachliche Entvolkung Deutschlands“ sieht da Eduard Engel die vermeintliche „Verherrlichung des Gaunertums und dessen Sprache“ durch Lehnworte flankiert und durch den Fremdsprachengebrauch der Intellektuellen aufgehübscht. Er stellt diesen sein Kampfmotto „Sprich Deutsch!“ entgegen, das gerade mit der Bezugnahme auf Rotwelsch schon antisemitische Züge trägt.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehung">Entstehung</h2></div>
<p>Die Gründe für Entstehung und Gebrauch des Rotwelschen ergeben sich aus der besonderen Bedürfnislage der Sprechergruppen und ihrer sozialen Ausgrenzung und Sonderstellung. Eine zentrale Rolle spielt die Geheimhaltung, d. h. das Anliegen, die <a href="Kommunikation" title="Kommunikation">Kommunikation</a> zwischen den Mitgliedern gegen Außenstehende abzuschirmen. Hinzu kommt bei Gruppen gemischter sozialer, regionaler und sprachlicher Herkunft der auch bei sonstigen <a href="Fachsprache" title="Fachsprache">Fachsprachen</a> gegebene Zweck, die Verständigung in den für die gemeinsame Berufsausübung oder Lebenspraxis wichtigen Angelegenheiten durch die Einhaltung eines vereinbarten <a href="Code_(Semiotik)" title="Code (Semiotik)">Codes</a> mit relativ festgelegten Bedeutungen zu sichern. Indem die Sprecher durch den Erwerb der Sondersprache zu Mitgliedern der Sprechergemeinschaft werden und sich untereinander als Mitglieder einer Gruppe von Eingeweihten zu erkennen geben, besitzt das Rotwelsch außerdem eine besonders bei sozial ausgegrenzten Gruppen wichtige identitätsbildende und integrative, den Zusammenhalt der Gruppe und das Zugehörigkeitsgefühl stärkende Funktion.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der hohe Anteil an <a href="Jiddisch" title="Jiddisch">jiddischen</a> und <a href="Hebr%C3%A4ische_Sprache" title="Hebräische Sprache">hebräischen</a> Lehnwörtern erklärt sich dadurch, dass <a href="Juden" title="Juden">Juden</a> von den meisten landwirtschaftlichen und bürgerlichen Berufen ausgeschlossen waren und darum bis ins 19. Jahrhundert einen bedeutenden Teil der Träger mobiler Berufe, besonders der fahrenden Händler und Hausierer, stellten. <a href="Walter_Benjamin" title="Walter Benjamin">Walter Benjamin</a> beschreibt den sozialgeschichtlichen Zusammenhang in einer Radiosendung vom 23. September 1930 so:
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Diese Sprache, das Rotwelsch, verrät für sich allein schon einiges über den Ursprung der Räuber. Es ist in diesem Rotwelsch neben dem Deutschen nämlich vor allen Dingen sehr viel Hebräisches. Das deutet auf die enge Verbindung, die die Räuber von frühauf mit den Juden gehabt haben. Später, im 16. und 17. Jahrhundert, waren Juden sogar oft selber gefürchtete Führer. In den früheren Zeiten haben sie ihre Verbindung mit den Banden wohl eher als Hehler gehabt, die den Räubern ihr Gut abkauften. Da sie im Mittelalter von den meisten ehrlichen Berufen ausgeschlossen waren, ist es nicht schwer zu sehen, wie sie dazu kamen. Neben den Juden aber haben die größte Rolle bei der Entstehung von Räuberbanden die Zigeuner gespielt. Ihnen lernten die Gauner ihre eigentümliche Schlauheit und Kunstfertigkeit, eine Unzahl kecker und verwegener Untaten ab, von ihnen lernten sie, wie man ein Gewerbe aus dem Verbrechen macht, und schließlich übernahmen sie auch eine Anzahl ihrer Kunstausdrücke ins Rotwelsche.“<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Daraus ergibt sich dann auch der Anteil an Sprachelementen des <a href="Romani" title="Romani">Romanes</a>. Da es sich durch die permanente Migration bei den nicht sesshaft lebenden Menschen um eine multi-ethnische Population handelte, weist das Rotwelsch weitere Einflüsse auch aus anderen europäischen Sprachen auf, so aus dem Französischen und Italienischen. Überschneidungen und wechselseitige Beeinflussungen bestanden besonders noch mit folgenden Gruppen und ihren jeweiligen Sondersprachen:
</p>
<ul><li><a href="Handwerk" title="Handwerk">Handwerker</a>, die ihren Beruf als Fahrende<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ausübten oder, wie z. T. noch heute, einen Teil ihrer Ausbildung als <a href="Fremdgeschriebener" class="mw-redirect" title="Fremdgeschriebener">reisende</a> Handwerker auf der <a href="Wanderjahre" title="Wanderjahre">Walz</a> erwerben.</li>
<li><a href="Handel" title="Handel">Händler</a> und <a href="Schausteller" title="Schausteller">Schausteller</a>, die ihren Beruf selbst als Fahrende ausübten oder auf Messen und Jahrmärkten, wichtigen Sammelpunkten für Bettler und andere Fahrende, mit diesen in Kontakt kamen.</li>
<li><a href="Landsknecht" title="Landsknecht">Landsknechte</a> und <a href="Soldatensprache" title="Soldatensprache">Soldaten</a>, die als Deserteure oder Ausgemusterte, sozial Entwurzelte und Invalide den „classes dangereuses“ stetigen Zulauf boten.</li>
<li>Schüler und <a href="Studentensprache" class="mw-redirect" title="Studentensprache">Studenten</a>, die im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit zu den Vaganten zählten und auch <a href="Latein" title="Latein">lateinisches</a> Wortgut in das Rotwelsch einbrachten.</li></ul>
<p>Unter den von der Ständegesellschaft geächteten Berufen, die vielfach von Fahrenden oder auch sesshaft gewordenen Fahrenden ausgeübt wurden, sind außer den <a href="Bettler" title="Bettler">Bettlern</a>, <a href="Prostitution" title="Prostitution">Prostituierten</a> und (nur bedingt als Unehrliche einzustufenden) Schankwirten noch die <a href="Abdecker" title="Abdecker">Schinder</a> und <a href="Scharfrichter" title="Scharfrichter">Scharfrichter</a> zu nennen, aber auch die <a href="M%C3%BCller_(Berufsbezeichnung)" class="mw-redirect" title="Müller (Berufsbezeichnung)">Müller</a> und <a href="K%C3%B6hler" title="Köhler">Köhler</a>, deren außerhalb der festen Siedlungen gelegene Wohn- und Arbeitsstätten wichtige Anlaufpunkte für Fahrende und Kriminelle waren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sprachbestand">Sprachbestand</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rotwelsch_als_Sonderwortschatz">Rotwelsch als Sonderwortschatz</h3></div>
<p>Rotwelsch unterscheidet sich hauptsächlich <a href="Wortschatz" title="Wortschatz">lexikalisch</a> von der deutschen <a href="Umgangssprache" title="Umgangssprache">Umgangssprache</a> und ihren <a href="Dialekt" title="Dialekt">Dialektvarianten</a>, es handelt sich insofern nicht um eine eigenständige Sprache, sondern um einen Sonderwortschatz (<a href="Jargon" title="Jargon">Jargon</a>), der sich in sozial, regional und zeitlich verschiedenen Varianten ausgeprägt hat. Er beruht auf Entlehnungen, oft in Verbindung mit Umdeutungen, aus dem <a href="Jiddisch" title="Jiddisch">Westjiddischen</a> in Form von <a href="Hebr%C3%A4ische_Sprache" title="Hebräische Sprache">Hebraismen</a> in <a href="Aschkenasim" title="Aschkenasim">aschkenasischer</a> Lautung, aus dem <a href="Romani" title="Romani">Romani</a> vorwiegend der <a href="Sinti" title="Sinti">Sinti</a> (<a href="Sintitikes" title="Sintitikes">Sintitikes</a>) und aus Nachbarsprachen des Deutschen, insbesondere dem <a href="Niederl%C3%A4ndische_Sprache" title="Niederländische Sprache">Niederländischen</a> und <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">Französischen</a>, ferner auf Veränderung oder Umdeutung gemeinsprachlich bekannter deutscher Wörter durch Bedeutungsübertragung und Bedeutungsverschiebung, Bildung neuer <a href="Komposition_(Grammatik)" title="Komposition (Grammatik)">Komposita</a>, <a href="Affigierung" class="mw-redirect" title="Affigierung">Affigierung</a> und <a href="Anagramm" title="Anagramm">Permutation</a> (vergleiche u. a. <a href="Verlan" title="Verlan">Verlan</a>, <a href="Kedelkloppersprook" title="Kedelkloppersprook">Kedelkloppersprook</a>). Der spätere Weimarer Bibliothekar <a href="Carl_Ludwig_Fernow" title="Carl Ludwig Fernow">Carl Ludwig Fernow</a> bereiste 1794 Oberitalien. Zu seinen Kulturstudien<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> gehörte ein umfangreicher Korpus zum „Jargon“ der Unterschichten, bei dem er viele lautmalerische <a href="Verballhornung" title="Verballhornung">Verballhornungen</a>, Volksetymologien und Buchstabenverdrehungen beobachtete.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Es versteht sich, dass alle diese und ähnliche Ausdrücke nur in der untersten Volksklasse gangbar sind. Die meisten derselben gehören zu dem gergo (Jargon) oder Rotwelsch des Pöbels, welches auch lingua janadattica oder furbesca (Gaunersprache) heist, und in jeder Provinz verschieden ist. Diese lingua furbesca wird vornemlich von Blinden, Betlern und anderem losen, herumstreichenden. Gesindel gesprochen. Von der lingua furbesca des Florentinischen Pöbels haben die Schriftsteller manchen Ausdruk und manche Redensart in die Büchersprache aufgenommen.“
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Das Kapitel über die Bettler im <i>Narrenschiff</i> zitiert zahlreiche rotwelsche Begriffe, die nur aus dem Kontext verstehbar sind, ansonsten als „närrische Rede“ gelesen werden:
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>„Zu Basel auf dem Kohlenberg<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><br>
Da treiben sie ihr Bubenwerk.<br>
Ihr Rotwelsch sie im Terich haben,<br>
Ernährn bequem sich von den Gaben;<br>
Jeder Stabil<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ein Hornlüten<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> hat,<br>
Die foppt, färbt, ditzet<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> durch die Stadt,<br>
Wie sie dem Predger<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Geld gewinne,<br>
Der lugt, wo sei der Joham grimme<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><br>
Und läuft durch alle Schöchelboß<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.<br>
Wo Rübling junen<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ist recht los;<br>
Hat er besevelt<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> hier und dort,<br>
So schwänzt<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> er sich dann wieder fort,<br>
Veralchend<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> über den Breithart<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.<br>
Stiehlt er die Breitfüß<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Flughart<sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>.<br>
Damit er sie flößle<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und Lüßling<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> abschneide;<br>
Grantner, Klantvetzer<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> geben ihm Geleite.<br>
Gar wunderlich gehts jetzt in der Welt.“<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</div>
<p>Eine umfassende Wortliste hat <a href="Siegmund_A._Wolf" title="Siegmund A. Wolf">Siegmund A. Wolf</a>,<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der 6436 Grundbegriffe mit jeweils oft mehreren Ableitungen auflistet und dazu genaue Quellenangaben macht. Etymologien besonders zu Wörtern jiddischen Ursprungs hat <a href="Hans_Peter_Althaus" title="Hans Peter Althaus">Hans Peter Althaus</a> erarbeitet.<sup id="cite_ref-Althaus_30-0" class="reference"><a href="#cite_note-Althaus-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Da Rotwelsch eine stark lokal bzw. dialektal geprägte (auch teils fachsprachlich beeinflusste) <a href="Sprachvariet%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Sprachvarietät">Sprachvarietät</a> ist, findet man zwischen originalen rotwelschen Wortlisten verschiedener Autoren oft nur kleinere Schnittmengen.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> <a href="Karl_Kraus" title="Karl Kraus">Karl Kraus</a> charakterisiert das so: „Der deutsche Charakter einer Stadt ist ihr Lebtag noch nicht an der Sprache, die sie spricht, erkannt worden. Doch die in Wien gesprochene und geschriebene, mit diesem Kauderwelsch des Verkehrs, diesem Rotwelsch des Handels und dem Deutsch der Zeitung, ist so geartet, daß man sich wundert, wie dergleichen auch nur ein Verständigungsmittel zwischen den Wienern bilden kann.“<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Ein großer Teil der veröffentlichten Arbeiten über Rotwelsch wurden ohne Quellenangabe kompiliert. <a href="Friedrich_Christian_Benedikt_Av%C3%A9-Lallemant" class="mw-redirect" title="Friedrich Christian Benedikt Avé-Lallemant">Friedrich Christian Benedikt Avé-Lallemant</a> hat diesen <a href="Epigone" title="Epigone">Epigonen</a> und Plagiatoren in seinem Werk über das deutsche Gaunertum einige Kapitel gewidmet. Beispielsweise ist die <i><a href="Rotwellsche_Grammatik" title="Rotwellsche Grammatik">Rotwellsche Grammatik</a></i> von 1755 solch ein Werk ohne Eigenwert.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Heute hört man Rotwelsch noch bei <a href="Wanderjahre#Vokabular" title="Wanderjahre">reisenden Handwerkern</a> sowie bei Landstreichern, <a href="Berber_(Wohnungsloser)" title="Berber (Wohnungsloser)">Berbern</a> und Bettlern. Bedingt durch die Ansiedlung von Nichtsesshaften nach dem <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieg</a> sowie später durch <a href="Landflucht" class="mw-redirect" title="Landflucht">Landflucht</a> und den Übergang Fahrender ins städtische <a href="Proletariat" title="Proletariat">Proletariat</a> haben sich in einigen Städten wie Berlin und in oberrheinischen, fränkischen und schwäbischen Gemeinden wie <a href="Schillingsf%C3%BCrst" title="Schillingsfürst">Schillingsfürst</a> und <a href="Schopfloch_(Mittelfranken)" title="Schopfloch (Mittelfranken)">Schopfloch</a> lokale, z. T. nur auf bestimmte Wohnviertel beschränkte Mundarten herausgebildet, deren Wortschatz noch heute besondere Anteile von Rotwelsch aufweist.
</p><p>Für den Dramatiker <a href="Heiner_M%C3%BCller" title="Heiner Müller">Heiner Müller</a> war die Beschäftigung mit dem Rotwelsch auch ein Eintauchen in die Gegenwelten von Identität und Fremdheit der Vagabunden, die er als Seelenverwandte des Dichters sah.<sup id="cite_ref-34" class="reference"><a href="#cite_note-34"><span class="cite-bracket">[</span>34<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Beispiele_aus_dem_Vokabular">Beispiele aus dem Vokabular</h3></div>
<ul><li><b>ausbaldowern</b> bzw. <b>baldowern</b>: „auskundschaften“, von jidd. <i>baal</i> „Herr“, und jidd. <i>dowor</i> „Sache, Wort“, also „Herr der Sache“ „baal davar“ sein</li>
<li><b><a href="Helmut_Kohl#Satirische_Rezeption" title="Helmut Kohl">Bimbes</a></b>: „Geld“, von <i>bims</i>, „Brot“ und „Geld“<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Bock:</b> „Hunger, Gier“, von romani <i>bokh</i> „Hunger“, daraus auch dt. umgangsspr. <i>Bock haben</i> „Lust haben“</li>
<li><b><a href="Polizeivollzugsbeamter#Der_Ausdruck_„Bulle“" title="Polizeivollzugsbeamter">Bulle</a>:</b> „Kriminalbeamter, Polizist“, aus <a href="Niederl%C3%A4ndische_Sprache" title="Niederländische Sprache">niederl.</a> <i>bol</i>, „Kopf, kluger Mensch“</li>
<li><b>fechten:</b> „betteln“ (<b>Fechter</b>, <b>Fechtbruder</b>: „Bettler“), ursprünglich besonders von Handwerksburschen oder Bettlern, die sich als Handwerksburschen ausgeben; nach einer Erklärung von 1727 sind <b>Klopffechter</b> „gewisse Handwerkspursche, die für Geld ihre Fechtschule halten und sich auf allerhand Gewehre miteinander herumbalgen“</li>
<li><b>Ganove:</b> von hebr. <i>ganav</i> ״גנב״ „Dieb“</li>
<li><b>Kachny:</b> von romani <i>kaxni</i>, <i>kahni</i> „Huhn“</li>
<li><b>kaspern:</b> „reden“</li>
<li><b>Kohldampf:</b> „Hunger“, von romani <i>kálo</i>, „schwarz“; daraus rotw. <b>kohlerisch</b> „schwarz“, <b>Kohler</b> „Hunger“, vgl. rotw. <b>schwarz</b> „arm, ohne Geld“; in der Bedeutung intensiviert durch Zusammensetzung mit rotw. <b>Dampf</b> „Hunger, Angst“, aus dt. <i>Dampf</i> (übertragen auch „Angstschweiß, Bedrängnis“)<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Kober:</b> „Wirt“, von jidd. <i>kowo</i>, <i>kübbo</i> „Schlafkammer, Bordell, Hütte, Zelt“; davon auch <i>ankobern</i> „anmachen, Freier aufreißen“ (siehe <a href="Koberer" title="Koberer">Koberer</a>)</li>
<li><b>Krauter</b>, <b>Krauterer</b>: „Handwerksmeister“, Etymologie unsicher, ursprünglich vielleicht Handwerker, die ihr Handwerk <b>im Kraut</b>, d. h. auf dem „freien Feld“, oder ohne Zugehörigkeit zu einer städtischen Innung auf dem Land ausübten</li>
<li><b>Kreuzspanne:</b> „Weste, Zwangsjacke, Hosenträger“ (spannt sich über das Kreuz, d. h. den Rücken)</li>
<li><b>Model</b>, <b>Maudel</b>, <b>Mudel</b>, <b>Muldel</b>: „Frau, Mädchen“</li>
<li><b>mosern, herummosern</b>: „sich beschweren, nörgeln, meckern“. Urspr. Bedeutung aus dem jidd. <b>massern</b> war „verraten, ausplaudern“. Entwicklung ab dem 18. Jh. zur heutigen Bedeutung ist nicht geklärt.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Muß</b>, <b>Moß</b>: „Mädchen, Frau, Dirne“, von dt. <i>Mutze</i>, „Vulva“, oder dt. <i>Musche</i>, „Hure“</li>
<li><b>platt:</b> „vertraut, sicher, gaunerisch“, von jidd. <i>polat</i> „entwischen, entkommen“, <i>polit</i> „Flüchtling“, daraus auch <b>platte Leute</b> „Gauner“, <b>Platte</b> „Bande“, <b>Platte machen</b> „auf der Straße leben, im Freien nächtigen“</li>
<li><b>Polente:</b> „Polizei“, von jidd. <i>paltin</i> „Burg, Palast“</li>
<li><b><a href="Sauregurkenzeit" title="Sauregurkenzeit">Sauregurkenzeit</a>:</b> „schwierige Zeit“, von jidd. <b>Zóres- und Jókresszeit</b>, (gesprochen <b>Soires un Jokre</b>) „Zeit der Not und der Teuerung“<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>schinageln:</b> „arbeiten“, älteste Bedeutung „Zwangsarbeit für die Obrigkeit leisten“, von jidd. <i>schin-agolo</i> („Schub-Karre“)</li>
<li><b>Schmiere stehen:</b> „Wache halten“, von hebr. <i>shmirah ״</i> שמירה״ „wachen“</li>
<li><b><a href="Schmu" title="Schmu">Schmu</a>:</b> „Profit, unredlicher Gewinn, Pfusch“, jidd. <i>schmuo machen</i> „Gewinn an jemand machen durch verschmitztes Plaudern, Erzählen, Anpreisen“, jüd. (familiensprachlich) „unerlaubter Gewinn, Betrug“<sup id="cite_ref-Althaus_30-1" class="reference"><a href="#cite_note-Althaus-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Schocher</b>, <b>Schokelmei</b>: „Kaffee“, aus jidd. <i>schocher majim</i>, „schwarzes Wasser“, und hebr. Sachor ״שחור״</li>
<li><b>schofel</b>, <b>schovel</b>: „schlecht, schäbig, mies, gering, übel, niedrig“ (rotw. <i>schofel</i> „minderwertig, gemein, schlecht, wertlos“ < jidd. <i>schophol</i>, <i>schophel</i> „gering, niedrig, schlecht“)</li>
<li><b>Sore:</b> „(Hehler-)Ware, Diebesgut, Beute“, von jidd. <i>sechoro</i> „Ware“</li>
<li><b>Stachelinus</b>, <b>Stachelingo</b>: „Igel“, von romani <i>štaxêlengêro</i>, <i>štaxengele</i>, <i>štaxlengaro</i> „Igel“ (entlehnt aus dt. <i>Stachel</i>)</li>
<li><b>stapeln</b>, <b>stappeln</b>: „betteln“, vom <i>Stab</i> des Bettlers oder dt. <i><a href="Stoppelfeld#Stoppeln" title="Stoppelfeld">stoppeln</a></i> „sammeln, Ähren lesen“</li>
<li><b><a href="Stenz" title="Stenz">Stenz</a>:</b> „Stock, Prügel“, auch „Zuhälter, Penis“, wahrscheinlich von dt. <i>stemmen</i></li>
<li><b>Stuss:</b> „Unsinn, Unfug, dummes Gerede“, von westjidd. <i>shtus</i> „dummes Zeug“, auch urspr. hebr. „Irrsinn, Narrheit“</li>
<li><b>Wolkenschieber:</b> „Nichtstuer“, so für Leute, die das früher Erlernte vergessen haben, z. B. bettelnde Handwerker, immer mit dem Beigeschmack des Bummlers, der auch keine Arbeit sucht. So ähnlich dann auch der „Berg- und Talversetzer“ und andere ironische Bezeichnungen für real nicht existierende Berufe, die nur den Eindruck der Beschäftigung erwecken sollen, so z. B. Chausseegrabentapezierer, Leichenwagenbremser, Turmspitzenvergolder, Türklinkenputzer, Schneeschipper im Sommer oder Kirschenpflücker im Winter.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sprachverwendung">Sprachverwendung</h2></div>
<p>Rotwelsch ist eine gesprochene <a href="Sprachvariet%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Sprachvarietät">Sprachvarietät</a>, von der kaum zusammenhängende Texte existieren. Das umfangreiche Vokabular des Rotwelschen ermöglicht es jedoch Schriftstellern, größere, gewissermaßen fingierte Textpassagen in Rotwelsch abzufassen. Ein frühes Beispiel dafür ist <a href="Johann_Valentin_Andreae" title="Johann Valentin Andreae">Johann Valentin Andreaes</a> <i>Turbo</i> (1616). Als Hilfestellung für Autoren erschien bereits 1737 eine Kompilation aus einigen Wortlisten im zweiten Band der <i>Versuche in der Teutschen Rede- Dicht- und Sprachkunst</i>.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das breitere Interesse an „Vagabunden“ und ihrer Kultur beginnt mit der Popularisierung durch die <a href="Romantik" title="Romantik">Romantiker</a>. In der Novelle <i><a href="Die_Gl%C3%BCcksritter_(Novelle)" title="Die Glücksritter (Novelle)">Die Glücksritter</a></i> von <a href="Joseph_von_Eichendorff" title="Joseph von Eichendorff">Joseph von Eichendorff</a> verstehen die fahrenden Gesellen, der freiheitsliebende Musikant „Klarinett“ und der zu Fuß auf Universitätswechsel befindliche Student Suppius, selbstverständlich Rotwelsch, das sie zur Tarnung benutzen.
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>„Beide, erst nach allen Seiten umherspähend, schlichen an die Haustür und versuchten vorsichtig zu öffnen, fanden aber alles fest verschlossen. Suppius und Klarinett verwandten kein Auge von ihnen. Jetzt bemerkten sie, wie die Fremden, an der Stalltür vorbei, quer über den Hof gingen und in der Gaunersprache miteinander redeten. «Schau», sagte der eine, «haben schöne Klebis (Pferde), werden Santzen (Edelleute) sein, oder vornehme Kummerer (Kaufleute), die nach Leipzig schwänzen (reisen).» – «Eine gute Schwärze (Nacht)», versetzte der andre, «es schlunt (schläft) noch alles im Schöcherbeth (Wirtshaus), kein Quin (Hund) bellt, und kein Strohbohrer (Gans) raschelt. Alch (troll dich), wollen die Karosse zerlegen, hat vielleicht Messen (Gelder) in den Eingeweiden.»<br>
«Das sind verlaufe Lenninger (Soldaten)», flüsterte Klarinett, «die kommen bracken (stehlen), ich wollt, ich könnt den Mausköpfen grandige Kuffen stecken (schwere Schläge geben)!» – «Was Teufel, verstehst du denn auch das Rotwelsch?» fragte Suppius erstaunt.“<sup id="cite_ref-43" class="reference"><a href="#cite_note-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</div>
<p>Das Milieu der „Gauner“ und „Cochemer“ in der Provinz und den Einfluss, den sie – auch sprachlich – auf ihre Umwelt ausüben, schildert umfänglicher bereits 1855 der Roman <i>Der Sonnenwirth</i><sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>, an dem besonders die kulturgeschichtliche Exaktheit gelobt wurde. Der Kriminalist und Schriftsteller <a href="Friedrich_Christian_Av%C3%A9-Lallemant" title="Friedrich Christian Avé-Lallemant">Avé-Lallemant</a> hat in seinen Polizeiromanen des 19. Jahrhunderts zahlreiche Dialoge in Rotwelsch geschaffen.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einem historischen Kriminalroman, erschienen 2021, der die Halbwelt aus Tagelöhner, Huren und Ganoven des Hamburger Stadtteils St. Jakobi im Jahr 1617 schildert, sind einige Szenen des rotwelschen Milieus geschildert.<sup id="cite_ref-46" class="reference"><a href="#cite_note-46"><span class="cite-bracket">[</span>46<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Wirren des <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Kriegs</a> und die Kultur der Entrechteten in der frühen Neuzeit, die sich in der Verfolgung zum Schutz der Geheimsprache bedienen, schildert der Roman <i>Der Judenweg,</i><sup id="cite_ref-47" class="reference"><a href="#cite_note-47"><span class="cite-bracket">[</span>47<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und besonders auch die Sprachkontakte des Jiddischen mit z. B. dem Lateinischen und Französischen, die in den Randgruppensprachen relevant sind, werden anschaulich geschildert.
</p><p>In der <a href="Weimarer_Republik" title="Weimarer Republik">Weimarer Republik</a> wurden viele rotwelsche Begriffe der Unterwelt, in der es sowohl bei den Haberen (Zuhältern) wie den Kuttenbrunzern (Mönchen) meist um Diridari (Geld) geht, in die quasi-amtssprachliche Kommunikation eingebettet. Dies wird in den Kriminalromanen um den fiktiven Münchner Ex-Kommissar und nunmehrigen Privatdetektiv Paul Kajetan recht authentisch wiedergegeben, da der Autor dafür zeitgenössische Polizeiakten und Verhörprotokolle gesichtet hat.<sup id="cite_ref-48" class="reference"><a href="#cite_note-48"><span class="cite-bracket">[</span>48<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der in Münster angesiedelten Krimi-Serie Wilsberg wird in der Folge <a href="Wilsberg%3A_Doktorspiele" title="Wilsberg: Doktorspiele"><i>Doktorspiele</i></a> die Kenntnis der Rotwelsch-Variante <a href="Masematte" title="Masematte">Masematte</a> zu einem Schlüssel der Verbrechensaufklärung.
</p><p>Zu den wenigen originalen Schriftbelegen gehören die „gaunersprachlichen“ Briefe, die der Stuttgarter Kriminalkommissar Metelmann in einer Badeanstalt aufgefunden hat und 1916 mit Übersetzungen veröffentlichte. Ihr Verfasser konnte nicht ermittelt werden.<sup id="cite_ref-49" class="reference"><a href="#cite_note-49"><span class="cite-bracket">[</span>49<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Hier zwei Beispiele daraus:
</p>
<div style="float:left; width:50%;">
<p><b>Original</b>
</p>
<blockquote>
<p>Berlin, den 15. September 1911.
</p><p>Lieber Friedrich!
</p><p>Bleibe vorerst noch von mir weg, denn die Lampen wegen der Berliner Leiche sind da, sonst könnte die Sache noch müß werden. Der Spindeknacker, welcher zu uns ins Café Viktoria kam, als er aus dem Zuckerhaus Lichtenburg entlassen wurde, ist mit meinem Sperrzeug abgefahren, Er gab an, einen Einbruch zu machen auf Kippe, war aber alles Kohl. Glücklicherweise hat mir Potsdamer Karl wieder ausgeholfen mit einer duften Tandelei. Ich konnte Dir nur einen blauen Lappen und 2 Pfundt schicken, denn ich habe zur Zeit nicht mehr disponsibel. Solltest Du Dich noch länger in Stuttgart aufhalten, so weiß ich Dir einen duften Krampf. Als ich nemlich am Mai mit dem Sprungathlet in Heilbronn war, um die Bankhäuser auszubaldowern, bemerkten wir, daß an einem Bankhaus „Rumelin“, Allerheiligenstraße jeden Abend ein Kassenbote mit einer Tasche nach der Hauptpost humpelt, es war aber zu helle Jahreszeit, deshalb konnten wir nichts einkassieren. Vielleicht könnte Dir der Krampf gelingen, die dabei etwa geerbten grauen und blauen Lappen werden in Berlin und Hannover schon abschwemmen. Sei aber sehr vorsichtig, denn es ist immerhin eine äußerst linke Sache. Wenn es Dir gelingt, so steige im Heilbronner Karlsthor ein und fahre über Creilsheim und Ulm nach Stuttgart oder Zürich, um unsere Lieblinge zu täuschen. Wie aber auch alles ausfallen mag und Du noch nicht hochgegangen bist, treffen wie uns bestimmt am 25. Dezember im Café Kreppke in Hannover, wohin ich auch den Münchener Bazi mitbringen werde. Die nächsten Geschäfte machen wir jedenfalls in Hamburg.
Mit Gruß dein treuer
</p><p>Eisbär.
</p>
</blockquote>
</div>
<div style="float:left; width:50%;">
<p><b>Übersetzung</b>
</p>
<blockquote>
<p>Berlin, den 15. September 1911.
</p><p>Lieber Friedrich.
</p><p>Bleibe vorerst noch von mir weg, denn die Berliner Leichenfledderei (Diebstahl an Schlafenden) hat ihre Aufklärung gefunden, sonst könnte die Sache noch mies (faul, ungünstig) werden. Der Geldschrankeinbrecher, welcher zu uns ins Cafée Viktoria kam, als er aus dem Zuchthause Lichtenburg entlassen wurde, ist mit meinem Einbrecherwerkzeug abgefahren. Er gab an, er wolle einen Einbruchdiebstahl machen, dessen Gewinn er mit mir teilen wollte, es war aber alles Schwindel. Glücklicherweise hat mir der „Potsdamer Karl“ wieder ausgeholfen mit einem glänzenden Einbruchdiebstahl. Ich konnte Dir nur einen Hundertmarkschein und zwei Zwanzigmarkstücke schicken, denn ich habe zurzeit nicht mehr verfügbar. Solltest Du Dich noch länger in Stuttgart aufhalten, so weiß ich für Dich einen glänzenden Raubanfall. Als ich nämlich im Mai mit dem „Sprungathlet“ in Heilbronn war, um die Gelegenheit zu Straftaten in Bankhäusern zu erkunden, bemerkten wir, daß in einem Bankhause „Rumelin“ jeden Abend ein Kassenbote mit einer Tasche nach der Hauptpost hinkt, es war aber eine zu helle Jahreszeit, deshalb konnten wir nichts einheimsen. Vielleicht könnte Dir der Raub gelingen, die dabei erworbenen Tausend- und Hundertmarkscheine werden wir in Berlin schon absetzen. Sei aber sehr vorsichtig, denn es ist immerhin eine äußerst schwere (hier mehr im Sinne von gefährlich aufzufassen) Straftat. Wenn es Dir gelingt, so steige im Heilbronner Karlstor ein, und fahre über Crailsheim und Ulm nach Stuttgart oder Zürich, um unsere Feinde zu täuschen. Wie aber auch alles ausfallen mag, wenn Du noch nicht festgenommen worden bist, treffen wir uns bestimmt am 25. Dezember im Café „Kröpcke“ in Hannover, wohin ich auch den „Münchener Bazi“ mitbringen werde. Die nächsten Straftaten begehen wir jedenfalls in Hamburg.
Mit Gruß Dein treuer Eisbär
</p>
</blockquote>
</div>
<div style="float:left; width:50%;">
<p><b>Original</b>
</p>
<blockquote>
<p>München, den 19. September 1911.
</p><p>Lieber Fritz!
</p><p>Ich bin seit unserem letzten Tertchen hier. Der Eisbär ist noch in Berlin, hat mir aber geschrieben, daß ich bestimmt am 5. Dezember im Café Viktoria eintreffen soll. Vorerst sollen wir uns noch getrennt halten. Die Stuttgarter Schwaben-Anna ist gegenwärtig auch hier, sie läßt Dich schön grüßen und meint, Du hättest wohl die Breslauer Tabaks-Martha nicht mehr bei Dir. Vielleicht hat sie ein Auge auf Dich? Hüte Dich, denn sie läßt Dich einen Kuppel tanzen. Ich schleppe gegenwärtig die Affen zum Kümmelblättchen. Es ist aber nicht mehr viel los, denn die Reisezeit geht zu Ende. Weißt Du nicht, wo der Sprung-Athlet steckt? Er ist spurlos verschwunden. Hoch kann er nicht gegangen sein, sonst müßte ich es von seinem Bruder wissen. Ich hoffe, daß, wenn die Luft rein ist, wir wieder zusammenkommen, Du wirst wohl keinen Umschlag bauen.
Es grüßt Dich Dein treuer
</p><p>Münchener Bazi.
</p>
</blockquote>
</div>
<div style="float:left; width:50%;">
<p><b>Übersetzung</b>
</p>
<blockquote>
<p>München, den 19. September 1911.
</p><p>Lieber Fritz!
</p><p>Ich bin seit unserer letzten Straftat (vielleicht Falschspiel) hier. Der „Eisbär“ ist noch in Berlin, er hat mir aber geschrieben, daß ich bestimmt am 5. Dezember im Café Viktoria eintreffen soll. Vorerst sollen wir uns noch getrennt halten. Die Stuttgarter „Schwaben-Anna“ ist gegenwärtig noch hier, sie läßt dich schön grüßen und meint, Du hättest wohl die Breslauer „Tabaks-Martha“ nicht mehr bei Dir. Vielleicht hat sie ein Auge auf Dich? Hüte Dich, denn sie läßt dich wegen Kuppelei (Zuhälterei) bestrafen. Ich schleppe gegenwärtig die Bauern zum Dreiblatt. Es ist aber nich mehr viel los, denn die Reisezeit geht zu Ende. Weißt Du nicht, wo der „Sprung-Athlet“ steckt? er ist spurlos verschwunden. Festgenommen worden kann er nicht sein, sonst müßte ich es von seinem Bruder wissen. Ich hoffe, daß, wenn Sicherheit eingetreten ist, wir wieder zusammenkommen. Du wirst wohl nicht untreu werden.
Es grüßt Dich
</p><p>Dein treuer
</p><p>Münchener Bazi.
</p>
</blockquote>
</div>
<p>Der regionalsprachliche Gebrauch und die Nähe zum hochdeutschen Sprachstand erlaubt es auch, das Rotwelsch bzw. <a href="Jenische_Sprache" title="Jenische Sprache">Jenische</a> für versteckte Botschaften zu nutzen. Ein Beispiel aus dem 20. Jahrhundert ist die Karte eines Handwerkers aus <a href="Waldachtal" title="Waldachtal">Lützenhardt</a> im Schwarzwald über seine Kriegsgefangenschaft:
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>„[E]s grüßt Dich nun recht herzlich Dein Mann, viele Grüße an Schofel und Bock. Also nochmals viel Glück auf ein baldiges Wiedersehen in der schönen Heimat. Viele Grüße an Mutter u. Geschwister sowie an die Deinen.“
</p>
</div>
<p>Die russische Zensur fand an der Mitteilung des Josef Ludwig Blum keine Beanstandungen und ging davon aus, dass die Herren Bock und Schofel tatsächlich existierten. Doch die zwei Wörter <i>Schofel</i> („schlecht“) und <i>Bock</i> („Hunger“) konterkarieren den vorherigen Inhalt mit dem Hinweis auf das Lagerelend.<sup id="cite_ref-50" class="reference"><a href="#cite_note-50"><span class="cite-bracket">[</span>50<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Günther Puchner<sup id="cite_ref-51" class="reference"><a href="#cite_note-51"><span class="cite-bracket">[</span>51<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> hat in seinem Buch<sup id="cite_ref-52" class="reference"><a href="#cite_note-52"><span class="cite-bracket">[</span>52<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> bereits vorliegende deutsche Prosatexte, Gedichte und sogar einige Bibelstellen ins Rotwelsche übertragen. Als Beispiel hier die dritte Strophe des <a href="Deutschlandlied" class="mw-redirect" title="Deutschlandlied">Deutschlandliedes</a> von <a href="Hoffmann_von_Fallersleben" class="mw-redirect" title="Hoffmann von Fallersleben">Hoffmann von Fallersleben</a> auf Rotwelsch:<sup id="cite_ref-53" class="reference"><a href="#cite_note-53"><span class="cite-bracket">[</span>53<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div style="margin-left:2em;" class="poem">
<p>Gleichering und Din und Fremdheit<br>
für den Sachsen Altlatzolm,<br>
danach müttert amen quitschen<br>
sepperisch mit Harm und Holm.<br>
Gleichering und Din und Fremdheit<br>
sind des Torkels Maskenstich.<br>
Blüh im Blanke deines Torkels,<br>
blühe, Altlatzolm, blüh gich.
</p>
</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Varianten">Varianten</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Andere_historische_Bezeichnungen">Andere historische Bezeichnungen</h3></div>
<p>Als andere historische Bezeichnungen mit zum Teil engerer Bedeutung, die dann bestimmte Sprechergruppen fokussieren, sind unter anderem belegt:
</p>
<ul><li><b>Keimisch</b> (1475): Juden- oder Kaufmannssprache, von rotw. <i>Keim</i>, „Jude“, aus jidd. <i>chajim</i>, „die Lebenden“, als Gegenbegriff zu jidd. <i><a href="Goi_(Nichtjude)" class="mw-redirect" title="Goi (Nichtjude)">gojim</a></i> „Nicht-Juden“, oder aus dem jüdischen Vornamen <i>Chaim</i>, der auf die gleiche Wurzel <i>chajim</i> „Leben“ oder auf den span.-portug. Vornamen <i>Jaime</i> zurückgeführt wird</li>
<li><b>Mengisch</b> (1560): von rotw. <i>Meng</i> „Kesselflicker“, aus althochdt. <i>mangari</i> „Krämer“</li>
<li><b>Pleißne:</b> Geheimsprache im <a href="Hausierer" title="Hausierer">Hausierhandel</a>, <a href="Deutsches_Peitschenmuseum" title="Deutsches Peitschenmuseum">Peitschenhandel</a> im <a href="Killertal" class="mw-redirect" title="Killertal">Killertal</a>, <a href="Zollernalbkreis" title="Zollernalbkreis">Zollernalbkreis</a><sup id="cite_ref-54" class="reference"><a href="#cite_note-54"><span class="cite-bracket">[</span>54<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-55" class="reference"><a href="#cite_note-55"><span class="cite-bracket">[</span>55<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Wahlerey</b> (1687): „Spitzbuben-Sprache“, Herkunft unsicher</li>
<li><b><a href="Jenische_Sprache" title="Jenische Sprache">Jenische Sprach</a></b> (1714): von romani <i>džin</i> „wissen“, demnach in etwa „Sprache der Wissenden/Eingeweihten“</li>
<li><b>Jaunerisch</b> (1720) und <b>Jauner-Sprache</b> (1727): von rotw. <i>J(u)on(n)er</i> „Falschspieler“, aus frühneuhochdt. <i>junen</i> „spielen“, oder aus jidd. <i>jowon</i> „Ionien, Griechenland“<sup id="cite_ref-duden_56-0" class="reference"><a href="#cite_note-duden-56"><span class="cite-bracket">[</span>56<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><b>Kochum</b>(<b>er</b>)<b> Lohschen</b> (1822): von jidd. <i>chochom</i> „klug, weise, gelehrt“, und jidd. <i>loschon</i> „Sprache, Zunge“</li>
<li><b>Kundenschall</b> (1906): von rotw. <i>Kunde</i> (1828) „Handwerker auf der <a href="Wanderjahre" title="Wanderjahre">Walz</a>, Bettler, Landstreicher“, aus dt. (der) <i>Kunde</i> in der frühneuhochdt. Bedeutung „Bekannter, Vertrauter“ (zweifelhaft ist zusätzlicher Einfluss von jidd. <i>kun</i> „Richtiger, Rechter“) und rotw. <i>Schall</i> „Gesang“; entspricht den in der Rotwelschforschung des 19. Jahrhunderts geprägten Termini „Kundensprache“, bzw. „Kundenlied“ für das rotwelsche Sprachgut der reisenden Handwerker</li>
<li><b><a href="Lotegorisch" title="Lotegorisch">Lotegorisch</a>:</b> ehemalige Händlersprache im <a href="Leiningerland" title="Leiningerland">Leiningerland</a> von jidd. <i>Loschen ha koidesch</i> „Jiddisch“, wörtl. „heilige Sprache“ (aus <i>loschon</i> „Sprache“, und <i>koidesch</i> „heilig“)</li>
<li>diverse Zusammensetzungen mit dem Wort <b>-latein</b> in der übertragenen Bedeutung „auf besonderem Wissen beruhende, nicht allen Menschen verständliche Sprache, Insidersprache“ (z. B. <b>Bettlerlatein</b>, <b>Krämerlatein</b>, <b>Gaunerlatein</b>).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Weitere_Sprachbezüge_und_Ausprägungen"><span id="Weitere_Sprachbez.C3.BCge_und_Auspr.C3.A4gungen"></span>Weitere Sprachbezüge und Ausprägungen</h3></div>
<ul><li><a href="Argot" title="Argot">Argot</a> (Frankreich)</li>
<li><a href="Buttjersprache" title="Buttjersprache">Buttjersprache</a> (<a href="Minden" title="Minden">Minden</a>)</li>
<li><a href="Gef%C3%A4ngnissprache" title="Gefängnissprache">Gefängnissprache</a></li>
<li><a href="Jenische_Sprache" title="Jenische Sprache">Jenische Sprache</a> (Deutschland, Schweiz, Österreich, Frankreich, Beneluxländer)</li>
<li><a href="Kauderwelsch" title="Kauderwelsch">Kauderwelsch</a></li>
<li><a href="Kochum" class="mw-redirect" title="Kochum">Kochum</a> (<a href="Hundeshagen" title="Hundeshagen">Hundeshagen</a> (Thüringen))</li>
<li><a href="Kofferaner_Musikantensprache" title="Kofferaner Musikantensprache">Kofferaner Musikantensprache</a></li>
<li><a href="Liste_deutscher_W%C3%B6rter_aus_dem_Hebr%C3%A4ischen_und_Jiddischen" title="Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen und Jiddischen">Liste deutscher Wörter aus dem Hebräischen und Jiddischen</a></li>
<li><a href="Lotegorisch" title="Lotegorisch">Lotegorisch</a> (<a href="Carlsberg_(Pfalz)" title="Carlsberg (Pfalz)">Carlsberg (Pfalz)</a>)</li>
<li><a href="Lunfardo" title="Lunfardo">Lunfardo</a> (Argentinien)</li>
<li><a href="Manische_Sprache" title="Manische Sprache">Manische Sprache</a> (Gießen: <a href="Gummiinsel" title="Gummiinsel">Gummiinsel</a>, Marburg, Wetzlar)</li>
<li><a href="Masematte" title="Masematte">Masematte</a> (<a href="M%C3%BCnster" title="Münster">Münster</a>)<sup id="cite_ref-57" class="reference"><a href="#cite_note-57"><span class="cite-bracket">[</span>57<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li><a href="Mattenenglisch" title="Mattenenglisch">Mattenenglisch</a> (Bern)</li>
<li><a href="Rotwellsche_Grammatik" title="Rotwellsche Grammatik">Rotwellsche Grammatik</a></li>
<li><a href="Schlausmen" title="Schlausmen">Schlausmen</a> (<a href="Winterberg" title="Winterberg">Winterberg</a>, <a href="Hochsauerland" title="Hochsauerland">Hochsauerland</a>)</li>
<li><a href="Seemannssprache" title="Seemannssprache">Seemannssprache</a></li>
<li><a href="Soldatensprache" title="Soldatensprache">Soldatensprache</a></li>
<li><a href="Studentensprache" class="mw-redirect" title="Studentensprache">Studentensprache</a></li>
<li><a href="Zinken_(Geheimzeichen)" title="Zinken (Geheimzeichen)">Zinken (Geheimzeichen)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<p>Chronologisch sortiert:
</p>
<ul><li><i><a href="Liber_Vagatorum" class="mw-redirect" title="Liber Vagatorum">Liber Vagatorum</a>. Der betler orden</i>. Basel 1510.<sup id="cite_ref-58" class="reference"><a href="#cite_note-58"><span class="cite-bracket">[</span>58<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine andere Ausgabe und mögliche Vorlage ist <i>Der bedeler ordẽ || vud or vocabular || in rotwelsch</i>. Hans Dorn, Braunschweig 1510.</li>
<li><a href="Martin_Luther" title="Martin Luther">Martin Luther</a> (Vorrede): <i>Von der falschen Betler || buberey/ Mit einer Vorrede || Vnd hinden an ein Rotwelsch || Vocabularius/ daraus man die wo(e)rter/ || so yn diesem bu(e)chlin gebraucht/ || verstehen kan.</i> Georg Rhau, Wittenberg 1528.</li>
<li><i>Die Rotwelsch Grammatic vnnd barlen der Wanderschafft: Dardurch den Weißhulmen geuopt, die Hautzin besefelt, vnnd die horcken vermonet</i>. Deck, Basel ca. 1540, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00084496">Digitalisat</a>, enthält eine größere Zusammenstellung von Vokabeln, dann Typologien von Rotwelsch-Sprechern.</li>
<li><i>Spitzbuben-Sprache oder Wahlerey und Roth-Welsch. Wie solche von dem inhafftirten Andreas Hempeln angegeben worden</i>. Ca. 1687. Digitalisat: <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://digitale.bibliothek.uni-halle.de/urn/urn:nbn:de:gbv:3:1-75003">[1]</a></li>
<li><i>Wörter=Buch von der Zigeuner=Sprache</i>. Frankfurt und Leipzig 1755. Reprint, hrsg. u. komm. v. Klaus Siewert u. <a href="Norbert_Boretzky" title="Norbert Boretzky">Norbert Boretzky</a>, Auf der Warft, Hamburg; Münster 2020.</li>
<li>Friedrich Ludwig Adolf von Grolmann: <i>Wörterbuch der in Teutschland üblichen Spitzbuben-Sprachen, In 2 Bänden, die Gauner- u. Zigeuner-Sprache enthaltend</i>. Müller, Giessen 1822.</li>
<li>Joseph Karl von Train (Hg): <i>Chochemer Loschen. Wörterbuch der Gauner- und Diebs- vulgo Jenischen Sprache, nach Criminalacten und den vorzüglichsten Hülfsquellen für Justiz-, Polizei- u. Mauthbeamte, Candidaten der Rechte, Gendarmerie, Landgerichtsdiener und Gemeindevorsteher</i>. Gödsche, Meißen 1833, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10589398?page=,1">Digitalisat</a>.</li>
<li><a href="August_Heinrich_Hoffmann_von_Fallersleben" title="August Heinrich Hoffmann von Fallersleben">August Heinrich Hoffmann von Fallersleben</a>: <i>Rotwelsch</i>. In: Weimarisches Jahrbuch für deutsche Sprache, Literatur und Kunst. Bd. 1 (1854), S. 329–342.</li>
<li><a href="Friedrich_Christian_Av%C3%A9-Lallemant" title="Friedrich Christian Avé-Lallemant">Friedrich Christian Avé-Lallemant</a>: <i>Das deutsche Gaunerthum in seiner social-politischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande</i>. Brockhaus, Leipzig 1858.</li>
<li><a href="Franz_von_Miklosich" title="Franz von Miklosich">Franz von Miklosich</a>: <i>Beiträge zur Kenntnis der Zigeunermundarten</i>. 4 Bände, Gerold, Wien 1874–1878, Reprint, Zentralantiquariat der DDR, Leipzig 1984, Teilabdruck als <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11373882">Digitalisat</a></li>
<li><a href="Heinrich_Houben" title="Heinrich Houben">Heinrich Houben</a>: <i>Leitfaden zum Krämerlatein, genannt Henese-Fleck</i>. Giskes & Becker, Breyell 1888.</li>
<li>Carl Kahle: <i>Die fahrenden Leute der Gegenwart und ihre Sprache. Ein Beitrag zur Geschichte des Vagabundentums und des Gaunerwesens</i>. Bauch, Gera 1889.</li>
<li><a href="Friedrich_Kluge" title="Friedrich Kluge">Friedrich Kluge</a>: <i>Rotwelsches Quellenbuch</i> (= <i>Rotwelsch. Quellen und Wortschatz der Gaunersprache und der verwandten Geheimsprachen.</i> Band 1. Straßburg 1901 (Reprint De Gruyter, Berlin 1987, ISBN 3-11-010783-X). Inhaltsverzeichnis: <a rel="nofollow" class="external autonumber" href="https://d-nb.info/871133903/04">[2]</a>. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/bub_gb_cc0PAAAAMAAJ">Digitalisat</a>.</li>
<li>Hans Ostwald: <i>Rinnsteinsprache. Lexikon der Gauner-, Dirnen- und Landstreichersprache</i>. Harmonie, Berlin 1906.</li>
<li>Louis Günther: <i>Beiträge zur Systematik und Psychologie des Rotwelsch und der ihm verwandten deutschen Geheimsprachen. II. Die Stände, Berufe und Gewerbe</i>. In: Archiv für Kriminalanthropologie und Kriminalistik. 47. Band, Leipzig 1912 [Digitalisat <a rel="nofollow" class="external free" href="https://www.projekt-gutenberg.org/grossh/kriminal/chap001.html">https://www.projekt-gutenberg.org/grossh/kriminal/chap001.html</a>]</li>
<li>Louis Günther: <i>Die deutsche Gaunersprache und verwandte Geheim- und Berufssprachen</i>. Leipzig 1919 (Reprint-Verlag Leipzig, Holzminden 2001, ISBN 3-8262-0714-9).</li>
<li>Petrikovits, Albert: <i>Die Wiener Gauner-, Zuhälter- und Dirnensprache</i>. Öffentliche Sicherheit, Wien 1922.</li>
<li>Wilhelm Polzer: <i>Gauner-Wörterbuch für den Kriminalpraktiker</i>. J. Schweitzer, München usw. 1922.</li>
<li>Karl Treimer: <i>Das tschechische Rotwelsch. Entstehung und Schichten</i>. Winter, Heidelberg 1937.</li>
<li>Ragnvald Iversen: <i>The Rodi (Rotwelsch) in Norway. Secret Languages in Norway, Vol. 2</i>. Dybwad i komm., Oslo 1945.</li>
<li>Siegmund A. Wolf: <i>Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache</i>. Bibliographisches Institut, Mannheim 1956.</li>
<li>Günter Puchner: <i>Sprechen Sie Rotwelsch. 2448 Wörter und Redewendungen der deutschen Gaunersprache. Deutsch – Rotwelsch</i>. Heimeran, München 1975, 2. Aufl.</li>
<li>Günter Puchner: <i>Kundenschall. Das Gekasper der Kirschenpflücker im Winter</i>. Dtv, München 1976, ISBN 3-423-01192-0 (1. Aufl. bei Heimeran, München 1974, ISBN 3-7765-0192-8)</li>
<li><a href="Robert_J%C3%BCtte" title="Robert Jütte">Robert Jütte</a>: <i>Sprachsoziologische und lexikologische Untersuchungen zu einer Sondersprache. Die Sensenhändler im Hochsauerland und die Reste ihrer Geheimsprache</i> (Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik. Beiheft 25). Steiner Verlag, Wiesbaden 1978, ISBN 3-515-02660-6.</li>
<li>Rudolf Fricke: <i>Das Rotwelsch der Knochenhauer aus unserer engeren Heimat</i>. In: Braunschweigischer Kalender, Jg. 8 (1978), S. 55</li>
<li>Günter Puchner: <i>Ein Arm voll Schmonzes. Gedichte</i>. Fischer, Frankfurt (Main), 1983 (weitere Übersetzungen von „Klassikern“ ins Rotwelsch)</li>
<li>Rosemarie Lühr, Klaus Matzel: <i>Zum Weiterleben des Rotwelschen</i>. In: <i>Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik</i> (ZDL), Jg. 57 (1990), Heft 1, S. 42–53, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220044-1449%22&key=cql">0044-1449</a></span></span>.</li>
<li>Hartwig Franke: <i>Zur inneren und äußeren Differenzierung deutscher Sondersprachen</i>. In: <i>Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik</i> (ZDL), Jg. 58 [1991], S. 56–62, <span class="-print"><a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220044-1449%22&key=cql">0044-1449</a></span></span>.</li>
<li>Siegmund A. Wolf: <i>Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache</i>. Buske, Hamburg 1994, ISBN 3-87118-736-4.</li>
<li><a href="Klaus_Siewert" title="Klaus Siewert">Klaus Siewert</a> (Hrsg.): <i>Rotwelsch-Dialekte. Symposium Münster 10.–12. März 1995</i> (Sondersprachenforschung; Bd. 1). Harrassowitz, Wiesbaden 1996, ISBN 3-447-03788-1.</li>
<li>Klaus Siewert (Hrsg.): <i>Olf, bes, kimmel, dollar, hei …Handwörterbuch der Münsterschen Masematte</i>. Waxmann, Göttingen 1996.</li>
<li><a href="Roland_Girtler" title="Roland Girtler">Roland Girtler</a>: <i>Rotwelsch. Die alte Sprache der Diebe, Dirnen und Gauner</i>. Böhlau, Wien 1998, ISBN 3-205-98902-3.</li>
<li><a href="Yaron_Matras" title="Yaron Matras">Yaron Matras</a>: <i>The Romani element in German secret languages. Jenisch and Rotwelsch</i>. In: Ders. (Hrsg.): <i>The Romani element in non-standard speech</i> (Sondersprachenforschung; Bd. 3). Harrassowitz, Wiesbaden 1998, S. 193–230, ISBN 3-447-04071-8.</li>
<li><a href="Peter_Honnen" title="Peter Honnen">Peter Honnen</a>: <i>Geheimsprachen im Rheinland. Eine Dokumentation der Rotwelschdialekte in <a href="Bell_(bei_Mendig)" title="Bell (bei Mendig)">Bell</a>, <a href="Breyell" title="Breyell">Breyell</a>, <a href="Kofferen" title="Kofferen">Kofferen</a>, <a href="Neroth" title="Neroth">Neroth</a>, <a href="Speicher_(Eifel)" title="Speicher (Eifel)">Speicher</a> und <a href="Stotzheim_(Euskirchen)" title="Stotzheim (Euskirchen)">Stotzheim</a></i> (= <i>Rheinische Mundarten.</i> Band 10). 2. Auflage. Rheinland-Verlag, Köln 2000, ISBN 3-7927-1728-X (mit CD).</li>
<li>Hansjörg Roth: <i>Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz.</i> Huber, Frauenfeld 2001, ISBN 3-7193-1255-0.</li>
<li>Georg Schuppener: <i>Bibliographie zur Sondersprachenforschung</i> (Sondersprachenforschung; Bd. 6). Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-04510-8.</li>
<li>Thorsten Weiland: <i>Das Hundeshagener Kochum. Ein-Rotwelsch-Dialekt von Wandermusikanten aus dem Eichsfeld. Quellen, Wörterbuch, Analyse</i>. Schöningh, Paderborn; München 2003, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://digi20.digitale-sammlungen.de//de/fs1/object/display/bsb00045144_00001.html">Digitalisat</a></li>
<li>Hansjörg Roth: <i>Barthel und sein Most. Rotwelsch für Anfänger.</i> Huber, Frauenfeld 2007, ISBN 3-7193-1462-6.</li>
<li><a href="Bernhard_Gamsj%C3%A4ger" title="Bernhard Gamsjäger">Bernhard Gamsjäger</a>: <i>Musikantensprache</i>. In: <a href="Rudolf_Flotzinger" title="Rudolf Flotzinger">Rudolf Flotzinger</a> (Hrsg.): <i>Oesterreichisches Musiklexikon, Bd. 3</i>. ÖAW, Wien 2004, S. 1515, ISBN 3-7001-3045-7, (auch online, letzte Änderung 2009).</li>
<li>Manfred E. Theilacker: <i>Der Kochemer Loschen – die Sprache der Klugen. Zur Sozialgeschichte einer Sondersprache des Wanderhandels, der Hausierer, Bettler und Viehhändler in Württemberg</i> (= <i>Landes- und Wirtschaftsgeschichte,</i> Band 27). Thorbecke, Ostfildern 2017.</li>
<li>Günter Danzer: <i>Sammlung und (Be-)Deutung von jenischen (rotwelschen) Wörtern im süddeutschen Sprachraum, in Österreich, der Schweiz und in Südtirol</i>. Einhorn, Schwäbisch Gmünd 2019.</li>
<li>Martin Puchner: <i>Die Sprache der Vagabunden. Eine Geschichte des Rotwelsch und das Geheimnis meiner Familie.</i> Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Siedler, München 2021.<sup id="cite_ref-59" class="reference"><a href="#cite_note-59"><span class="cite-bracket">[</span>59<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li>
<li>Klaus Siewert: <i><a href="W%C3%B6rterbuch_deutscher_Geheimsprachen" title="Wörterbuch deutscher Geheimsprachen">Wörterbuch deutscher Geheimsprachen</a>. Rotwelsch-Dialekte.</i> In Zusammenarbeit mit <a href="Rudolf_Post" title="Rudolf Post">Rudolf Post</a>. Walter de Gruyter, Berlin / Boston 2023, ISBN 978-3-11-019032-8, Rezension.<sup id="cite_ref-60" class="reference"><a href="#cite_note-60"><span class="cite-bracket">[</span>60<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Rotwelsch" class="extiw external" title="wikt:Rotwelsch">Wiktionary: Rotwelsch</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Spitzbuben-Sprache?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Spitzbuben-Sprache</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.wispor.de/wpx-rotw.htm">Kleine Liste mit Rotwelschausdrücken</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.russki-mat.net/argot/Rothwelsch.php">Rothwelſch</a>, Rotwelsch aus Publikationen von 1510 bis 1901.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Sebastian Brant: <i>Das Narrenschyff</i>. Johann Bergmann von Olpe, Basel 1494</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Jasmina Cirkic: <i>Rotwelsch in der deutschen Gegenwartssprache</i>. Dissertation, Gutenberg-Universität Mainz, 2008 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://openscience.ub.uni-mainz.de/handle/20.500.12030/4030">online</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Duden – Deutsches Universalwörterbuch</i>. Hrsg. v. Anette Auberle u. Kathrin Kunkel-Razum. Brockhaus, Mannheim 2003, 5., überarb. Aufl., s. a. Duden: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Rotwelsch">Rotwelsch</a>, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Rotwelsche">Rotwelsche</a></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Hansjörg Roth: <i>Jenisches Wörterbuch. Aus dem Sprachschatz Jenischer in der Schweiz</i>. Huber, Frauenfeld 2001, S. 70–88, ISBN 3-7193-1255-0</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Eduard Engel: <i>Sprich Deutsch! Ein Buch zur Entwelschung</i>. Hesse & Becker, Leipzig 1916 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.projekt-gutenberg.org/engele/sprich/chap001.html">Digitalisat</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Anton Hafner: <i>Xenophobie des feinen Mannes. Der Sprachpurismus und seine falschen Prämissen</i>. In: Neue Zürcher Zeitung, Jg. 141, Nr. 192 (19. August 2000), Zeitzeichen S. 65</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang Krischke: <i>Geheimhaltung gegenüber der Obrigkeit war das Ziel, Der sperrt die flippflappen op: Klaus Siewert legt ein eindrucksvolles Wörterbuch über Rotwelschdialekte vor.</i> In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 16. August 2024, Seite 12</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Walter Benjamin: <i>Räuberbanden im alten Deutschland. </i>. In: Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser (Hrsg.): Gesammelte Schriften. Band VII, 1, Suhrkamp, Frankfurt (Main) 1989, S. 152–158, hier S. 152</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">Jan Pfaff: <cite style="font-style:italic">Vergessene Geheimsprache Rotwelsch: Das Erbe</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Die Tageszeitung: taz</cite>. 6. September 2019, <a href="Internationale_Standardnummer_f%C3%BCr_fortlaufende_Sammelwerke" title="Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke">ISSN</a> <span style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zdb-katalog.de/list.xhtml?t=iss%3D%220931-9085%22&key=cql">0931-9085</a></span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://taz.de/Vergessene-Geheimsprache-Rotwelsch/!5619436/">taz.de</a> [abgerufen am 14. Februar 2020]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rotwelsch&rft.atitle=Vergessene+Geheimsprache+Rotwelsch%3A+Das+Erbe&rft.au=Jan+Pfaff&rft.date=2019-09-06&rft.genre=journal&rft.issn=0931-9085&rft.jtitle=Die+Tageszeitung%3A+taz" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Carl Ludwig Fernow: <i>Römische Studien. Dritter Theil</i>. Gessner, Zürich 1808, hier S. 295f</span>
</li>
<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Kohlenberg</i>: Ein verrufener Stadtteil, der als Freistätte der Bettler diente</span>
</li>
<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Stabil</i>: Brotsammler</span>
</li>
<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Hornlüten</i>: Zuhälterin</span>
</li>
<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>foppt, färbt, ditzet</i>: lügt</span>
</li>
<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Predger</i>: Bettler</span>
</li>
<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>wo sei der Joham grimme</i>: Wo der Wein gut sei</span>
</li>
<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Schöchelboß</i>: Wirtshäuser</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Rübling junen</i>: Würfel spielen</span>
</li>
<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>besevelt</i>: betrogen</span>
</li>
<li id="cite_note-20"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-20">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>schwänzt</i>: Macht sich davon</span>
</li>
<li id="cite_note-21"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-21">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Veralchend</i>: wandernd</span>
</li>
<li id="cite_note-22"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-22">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>über den Breithart</i>: über die Heide</span>
</li>
<li id="cite_note-23"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-23">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Breitfüß</i>: Gänse, Enten</span>
</li>
<li id="cite_note-24"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-24">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Flughart</i>: Hühner</span>
</li>
<li id="cite_note-25"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-25">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>flößle</i>: ertränke</span>
</li>
<li id="cite_note-26"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-26">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Lüßling</i>: Hals</span>
</li>
<li id="cite_note-27"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-27">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Grantner, Klantvetzer</i>: Bettler, die Krankheiten vortäuschen</span>
</li>
<li id="cite_note-28"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-28">↑</a></span> <span class="reference-text">Übersetzung von H. A. Junghans, Reclam, Stuttgart 1964 vom Kapitel <i>Von bettleren</i>, S. 162 im <a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/11823/1">Digitalisat</a></span>
</li>
<li id="cite_note-29"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-29">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegmund A. Wolf: <i>Deutsche Gaunersprache. Wörterbuch des Rotwelschen.</i> Buske, Hamburg 1983.</span>
</li>
<li id="cite_note-Althaus-30"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Althaus_30-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Althaus_30-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text">Hans Peter Althaus: <i>Kleines Lexikon deutscher Wörter jiddischer Herkunft.</i> Beck, München 2003</span>
</li>
<li id="cite_note-31"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-31">↑</a></span> <span class="reference-text">Siehe dazu die Beiträge von Sievert, Treimer und Ingversen in der Literaturliste</span>
</li>
<li id="cite_note-32"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-32">↑</a></span> <span class="reference-text">Karl Kraus: <i>Die Handelssprache</i>. In: ders: <i>Die Sprache</i>. Die Fackel, Wien 1937</span>
</li>
<li id="cite_note-33"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-33">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Das deutsche Gaunerthum in seiner social-politischen, literarischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande. […] Vierter Theil.</i> Brockhaus, Leipzig 1858–1862, (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.deutschestextarchiv.de/api/pnd/4122634-3">Werke (als Digitalisat und Volltext) von Rotwelsch</a> im <a href="Deutsches_Textarchiv" title="Deutsches Textarchiv">Deutschen Textarchiv</a>.), (Digitalisate: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/dasdeutschegaun01avgoog">Erster Theil</a>; <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/dasdeutschegaun06unkngoog">Zweiter Theil</a>; <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/dasdeutschegaun03lalgoog">Theil 3</a>; <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/dasdeutschegaun07unkngoog">Vierter Theil</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-34"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-34">↑</a></span> <span class="reference-text">Heiner Müller: <i>Rotwelsch</i>. Merve, Berlin 1982, S. 81ff, siehe dazu Frank Hörnig: <i>Heiner Müller im Dialog mit sich selbst </i>. In: Ian Wallace (Hrsg.): <i>Heiner Müller. Probleme und Perspektiven. Bath-Symposion 1998</i>. Rodopi, Amsterdam 2000, S. 309–321</span>
</li>
<li id="cite_note-35"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-35">↑</a></span> <span class="reference-text">Andrea Lehr, Matthias Kammerer, Werner Wolski, Klaus-Peter Konerding, Angelika Storrer: <cite style="font-style:italic">Sprache im Alltag: Beiträge zu neuen Perspektiven in der Linguistik : Herbert Ernst Wiegand zum 65. Geburtstag gewidmet</cite>. Walter de Gruyter, 2001, ISBN 978-3-11-016456-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>406</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=_ulB5dCGqBcC&pg=PA406&dq=bimbes+bims&hl=de&newbks=1&newbks_redir=0&sa=X&ved=2ahUKEwjxppiejqL1AhXNSvEDHZUDDlwQ6AF6BAgOEAI#v=onepage&q=bimbes%20bims&f=false">google.de</a> [abgerufen am 8. Januar 2022]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rotwelsch&rft.au=Andrea+Lehr%2C+Matthias+Kammerer%2C+Werner+Wolski%2C+...&rft.btitle=Sprache+im+Alltag%3A+Beitr%C3%A4ge+zu+neuen+Perspektiven+in+der+Linguistik+%3A+Herbert+Ernst+Wiegand+zum+65.+Geburtstag+gewidmet&rft.date=2001&rft.genre=book&rft.isbn=9783110164565&rft.pages=406&rft.pub=Walter+de+Gruyter" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-36"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-36">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.geo.de/geolino/redewendungen/8780-rtkl-redewendung-kohldampf-schieben">Redewendung – Kohldampf schieben</a> auf geo.de, abgerufen am 30. November 2021</span>
</li>
<li id="cite_note-37"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-37">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wissen.de/wortherkunft/mosern">Woher kommt mosern?</a> Ein Zusammenhang mit der Sprechweise von <a href="Hans_Moser" title="Hans Moser">Hans Moser</a> besteht nicht.</span>
</li>
<li id="cite_note-38"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-38">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Lutz_R%C3%B6hrich" title="Lutz Röhrich">Lutz Röhrich</a>: <i>Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten.</i> 5 Bände, Freiburg i. Br. 1991, Band 2, S. 599, s. v. <i>Gurke</i></span>
</li>
<li id="cite_note-39"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-39">↑</a></span> <span class="reference-text">Siegmund A. Wolf unterscheidet zwischen <i>Schmu</i> „Vulva“ (Etymologie ungeklärt) und <i>Schmuh</i> „Gewinn niedriger, unreeller Art“ (Etymologie wie Hans Peter Althaus)</span>
</li>
<li id="cite_note-40"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-40">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. auch Christine Demel: <i>Leinach. Geschichte – Sagen – Gegenwart.</i> Gemeinde Leinach, Leinach 1999, S. 437 („Schmusen und Handeln“ mit Wein: der Händler kauft den Häckern ihren Most oder Wein ab und verdient am Weiterverkauf. Zum jüdischen „(Wein-)Schmußer Liebmann-Herz“).</span>
</li>
<li id="cite_note-41"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-41">↑</a></span> <span class="reference-text">vgl. im Literaturverzeichnis Ostwald 1906 S. 80, Günther 1912, sowie Puchner 1976</span>
</li>
<li id="cite_note-42"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-42">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Versuche in der Teutschen Rede- Dicht- und Sprachkunst, zur aufnahme derselbigen gemacht und herausgegeben von einigen mitgliedern der vertrauten Rednergeselschaft. in Thüringen.</i> Sigmund Heinrich Hofmann, Weimar 1737, S. 207–229 als <i>Kurzgefaßte nachricht von der Zigeuner und Rothwälschen sprache, nebst einem verzeichnisse der wörter aus dieser letztern</i></span>
</li>
<li id="cite_note-43"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-43">↑</a></span> <span class="reference-text">Joseph Freiherrn von Eichendorff: <i>Die Glücksritter</i>. In: Werke, Vierter Theil, S. 343–396, hier S. 362, Athenaeum, Berlin 1841</span>
</li>
<li id="cite_note-44"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-44">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Hermann_Kurz" title="Hermann Kurz">Hermann Kurz</a>: <i>Der Sonnenwirth. Schwäbische Volksgeschichte aus dem vorigen Jahrhundert</i>. Meidinger Sohn & Cie, Frankfurt (Main) 1855</span>
</li>
<li id="cite_note-45"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-45">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Mechulle-Leut'. Ein Polizeiroman.</i> Brockhaus, Leipzig 1867. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10127593_00007.html">Digitalisat Band 1</a>), (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10127594_00005.html">Band 2</a>)</span>
</li>
<li id="cite_note-46"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-46">↑</a></span> <span class="reference-text">Albrecht Sommerfeldt: <i>Von Huren, Bettlern und Glunterschratzen</i>. Bookmundo, POD 2021</span>
</li>
<li id="cite_note-47"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-47">↑</a></span> <span class="reference-text">Ruth Weiss: <i>Der Judenweg</i>. Mosse, Berlin 2004</span>
</li>
<li id="cite_note-48"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-48">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Robert_H%C3%BCltner" title="Robert Hültner">Robert Hültner</a>: <i>Walching</i> (1993) ISBN 3-442-72141-5, <i>Inspektor Kajetan und die Sache Koslowski</i> (1995), <i>Die Godin</i> (1997) ISBN 3-442-72884-3, <i>Inspektor Kajetan und die Betrüger</i> (2004) ISBN 3-442-75119-5, <i>Inspektor Kajetan kehrt zurück' (2009) ISBN 978-3-442-74322-3 und </i>Am Ende des Tages<i> (2013) ISBN 978-3-442-75185-3, alle btb/Goldmann; vgl. auch die Rezension <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.penguinrandomhouse.de/Autorenseite-von-Robert-Hueltner/UEber-das-Schreiben/aid86088_22772.rhd">online</a></i></span>
</li>
<li id="cite_note-49"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-49">↑</a></span> <span class="reference-text">Metelmann: <i>Beitrag zur Kenntnis der Verbrechersprache.</i> In: <i>Deutsche Strafrechts-Zeitung.</i> Liebmann, Berlin 1916. Band III, Heft 9/10, Spalte 405–409, der ganze Aufsatz als Transkript hier <a rel="nofollow" class="external text" href="https://rotwelsch.fandom.com/de/wiki/Metelmann,_Beitrag_zur_Kenntnis_der_Verbrechersprache">online</a>.</span>
</li>
<li id="cite_note-50"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-50">↑</a></span> <span class="reference-text">Christian Efing: <cite style="font-style:italic">Das Lützenhardter Jenisch: Studien zu einer deutschen Sondersprache</cite>. Harrassowitz, Wiesbaden 2005, ISBN 3-447-05208-2, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>74</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rotwelsch&rft.au=Christian+Efing&rft.btitle=Das+L%C3%BCtzenhardter+Jenisch%3A+Studien+zu+einer+deutschen+Sondersprache&rft.date=2005&rft.genre=book&rft.isbn=3447052082&rft.pages=74&rft.place=Wiesbaden&rft.pub=Harrassowitz" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-51"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-51">↑</a></span> <span class="reference-text">Über den Autor und sein Interesse an der Wiederbelebung des Rotwelschen schreib sein Neffe Martin Puchner in die <i>Die Sprache der Vagabunden</i>, s. Literaturverzeichnis</span>
</li>
<li id="cite_note-52"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-52">↑</a></span> <span class="reference-text">Günter Puchner: <i>Kundenschall – Das Gekasper der Kirschenpflücker im Winter.</i> Heimeran, München 1974.</span>
</li>
<li id="cite_note-53"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-53">↑</a></span> <span class="reference-text">Günter Puchner: <i>Kundenschall – Das Gekasper der Kirschenpflücker im Winter.</i> Heimeran, München 1974, S. 129. Etymologische Erklärungen, die weitestgehend auf Wolf zurückgehen, finden sich auf S. 225–281</span>
</li>
<li id="cite_note-54"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-54">↑</a></span> <span class="reference-text">Werner Metzger: <cite style="font-style:italic">Albvereinsblätter – Festrede 125 Jahre Albverein</cite>. Hrsg.: Schwäbischer Albverein Stuttgart. <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>3</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Rotwelsch&rft.au=Werner+Metzger&rft.btitle=Albvereinsbl%C3%A4tter+-+Festrede+125+Jahre+Albverein&rft.genre=book&rft.pages=3" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-55"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-55">↑</a></span> <span class="reference-text">Zu Pleißne Burladingen siehe Werner Metzger: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://albverein.net/2013/05/21/125-jahre-schwabischer-albverein-2/">Festrede 125 Jahre Schwäbischer Albverein</a></i>. In: <i>Blätter des Schwäbischen Albvereins 2013</i>, Stuttgart, 4. Mai 2013.</span>
</li>
<li id="cite_note-duden-56"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-duden_56-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Duden online: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.duden.de/rechtschreibung/Gauner"><i>Gauner</i></a></span>
</li>
<li id="cite_note-57"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-57">↑</a></span> <span class="reference-text">den regional- und sprachgeschichtlichen Zusammenhang klärt Wolfgang Schemann in <i>Münster – wie es labert, schmust und rakawelt: Ein Sprachführer für Masemattenfreier</i>. Aschendorff, Münster 2017 und <i>Münster. Noch tofter als jovel. Ein Stadtführer für Masemattenfreier</i>. Aschendorff, Münster 2018</span>
</li>
<li id="cite_note-58"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-58">↑</a></span> <span class="reference-text">Die Autorenschaft wird u. a. dem Baseler Drucker <a href="Pamphilus_Gengenbach" title="Pamphilus Gengenbach">Pamphilus Gengenbach</a> zugeschrieben. Dazu <a href="Karl_Goedeke" title="Karl Goedeke">Karl Goedeke</a>: <i>Pamphilus Gengenbach</i>. Rümpler, Hannover 1856, S. 343–517, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10108612">Digitalisat</a>. S. 515ff werden die sprachlichen und editorischen Indizien diskutiert, die für Gengenbach sprechen.</span>
</li>
<li id="cite_note-59"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-59">↑</a></span> <span class="reference-text">Gespräch über sein Buch in: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-neugier-genuegt-redezeit/index.html"><i>WDR 5 Neugier genügt – Redezeit</i></a>, 26. Oktober 2021</span>
</li>
<li id="cite_note-60"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-60">↑</a></span> <span class="reference-text">Wolfgang Krischke: <i>Geheimhaltung gegenüber der Obrigkeit war das Ziel.</i> In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 190 vom 16. August 2024, S. 12.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Sachbegriff): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4122634-3">4122634-3</a></span> </div>
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